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Probleme beim Neubeginn nach 1945
(Aus den handschriftlichen Notizen zu einem Referat in Verden o.J.)

Die Bundesrepublik Deutschland und den Deutschen Gewerkschaftsbund gibt es erst seit 1949.

Von 1945 bis 1949 gab es diese Organisationen nur in der "Britischen Zone" in "Trizonesien".

Die "Britische Zone" umfasste die einstmals selbständigen "Länder": Hamburg, Oldenburg, Braunschweig, Lippe-Detmold, Schaumburg-Lippe und die Trümmer des zerschlagenen Preußen Schleswig-Holstein, Hannover und Nordrhein-Westfalen.

Um die Jahreswende 1945/46 waren Neugründungen in Hamburg und Braunschweig bereits vollzogen. Es waren Gesamtverbände ("Vom Kindergarten bis zur Universität" (1848)) und bestanden anfangs mehrheitlich aus männlichen, evangelischen Volksschullehrern.

Vorsitzender in Hamburg war Max Traeger, in Braunschweig Heinrich Rodenstein.
Auf Orts- und Kreisebene entstanden die Verbände anfangs nur sporadisch.

Zwei wichtige Vorentscheidungen fielen bereits im Januar 1947 in Lippe-Detmold, nämlich in der Frauenfrage und in der Gewerkschaftsfrage.

Die Frauenfrage: Man wollte den neuen Verband für Männer und Frauen. In Detmold verhandelten (wir), Max Traeger, Fritz Thiele und Heinrich Rodenstein, mit Emmy Beckmann, der letzten Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverbandes bis 1933. Sie war Hamburgerin. Ihre Bedingungen für einen gemeinsamen Verband:
1. unter den drei Vorsitzenden muss eine Frau sein. (Es wurde Anna Mosolf aus Hannover);
2. in der Satzung muss den Frauen eine Anzahl von Sitzen im Vorstand garantiert sein.

Die Gewerkschaftsfrage drehte sich um die Entscheidung, sich dem  Deutschen Beamtenbund oder dem Deutschen Gewerkschaftsbund anzuschließen..

Max Traeger argumentierte: Wenn wir den Volksschullehrer von Besoldungsgruppe A 9 nach A 12 bringen wollen, wird uns kein Deutscher Beamtenbund, dessen Kerntruppe Inspektoren, Oberinspektoren und Amtmänner bilden, helfen.Die Erfahrung beweist es. Darum: DGB.

Heinrich Rodenstein argumetierte: Besoldung und Ausbildung der Lehrer können wir nur verbessern, wenn  Schul- und Bildungspolitik einen höheren Rang bekommen. Hauptinteressenten sind die Arbeiter. Darum: DGB.

In Detmold 1947 wurden auch schon die wichtigsten Themen beschlossen, über die zu einem Beitritt zum DGB (Britische Zone) verhandelt werden sollte:
1. als eigene Gewerkschaft (nicht ÖTV);
2. eigene Kulturpolitik (Absage der ÖTV);
3. eigene Finanzhoheit;
4. eigene Presse;
5. Berufsbeamtentum (nicht Privilegien sondern Emanzipation).

Als weitere Probleme wurden definiert:
"Mehrarbeit" - durch Beurteilung statt Zensuren.
"Verwissenschaftlichung" der Lehrerbildung,
"Entpersönlichung und Entmenschlichung der Gesellschaft"

Als Mittel wurden genannt:
Die Lobby muss auch auf der unterster Ebene gesucht werden, z.B. für die Anwärterbezüge.
Sympatie muss auf allen Ebenen gebildet werden, z.B. beim DGB;
Entwicklung zum Anwalt des Kindes, daher Verstärkung der Elternarbeit.

 

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