entstehung-der-gew


Der Weg der GEW in den DGB nach 1945 - wichtigste Etappen

3.8.1946 Gründung des "Gesamtverbandes Braunschweiger Lehrer (GBL)"
31.8.1946 Brief des GBL (Vorsitzender Heinrich Rodenstein) an Max Traeger, den Vorsitzenden der "Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Schul- und Erziehungswesens" - Hamburg, in dem eine Hamburg - Braunschweig-Konferenz vorgeschlagen wurde.
Ende September 1946 Vorbesprechung dieser Konferenz in Celle
Oktober 1946 Konferenz in der Kant-Hochschule in Braunschweig. Aufruf  zur Gründungskonferenz eines "Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes" (ADLLV - Britische Zone)
9./10. Januar 1947 Gründung des ADLLV-Britische Zone in Detmold.
Beschluss: "Eine Verhandlungskommission wird beauftragt, mit dem DGB-Britische Zone über einen Anschluss des ADLLV unter fünf Bedingungen zu verhandeln."

"Anschlussbedingungen des ADLLV-Britische Zone
1. Der ADLLV bildet im DGB eine eigene "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" (GEW);
2. Der DGB erkennt das Berufsbeamtentum an;
3. Die Freiheit schulpolitischer Betätigung wird der GEW zugestanden;
4. Die GEW erhält eine eigene Finanzhoheit und eine eigene Presse;
5. Unter Berücksichtigung der Beamtenstellung, wobei wirtschaftlicher Streik undArbeitslosenversicherung nicht in Frage kommen, können die Beitragssätze des DGB für die GEW nicht in Anwendung gebracht werden; sie bedürfen einer besonderen Regelung."
29. September 1947 Die Verhandlungen mit der ÖTV scheitern hauptsächlich an Punkt 3 der Bedingungen.
3. Mai 1948 Beitrittsabkommen mit dem DGB-Britische Zone.
18. bis 21. Mai 1948 Kongress in Dortmund-Aplerbeck. Die Vertreterversammlung billigt das Abkommen vom 3. Mai 1948. In einem Brief an den ADLLV formuliert der DGB seine Stellung zum Berufsbeamtentum. Dieser Brief ist Bestandteil des Abkommens.
20. Mai 1948 Entschlieung zum Anschluss an den DGB:
Der ADLLV tritt dem DGB bei unter Innehaltung folgender Vereinbarungen:

"Der Bundesvorstand ist damit einverstanden, dass - entsprechend den am 3. Mai d.J. in Hambureg getroffenen Vereinbarungen - der ADLLV als Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft im DGB übernommen wird. Die bisherige Fachabteilung "Lehrer" in der Gewerkschaft 'Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr' hat bereits beschlossen, sich dieser Gewerkschaft ebenfalls anzuschließen.
(Es folgen zwei Absätze über Beitragsregelungen)
Die Vertretung der schulpolitischen Belange wird der Gewerkschaft überlassen. Dabei wird erwartet, dass den verschiedenen Auffassungen innerhalb der Gewerkschaft selbst die notwendige Freiheit zur Vertretung der schulpolitischen Meinung (Einheitsschule oder konfessionelle Schule) gegeben wird. Der Anschluss an den DGB erfolgt zweckmäßig mit Wirkung vom 1. 7. 1948. Einzelheiten müssen der näheren Vereinbarung vorbehalten bleiben."
Mai 1948

Erklärung des DGB zum Berufsbeamtentum
1. Der DGB erkennt die Beamteneigenschaft für gewisse Gruppen von Bediensteten des Staates an. Hierzu zählen insbesondere diejenigen, die eine Stelle bekleiden, mit der die Wahrnehmung einer wichtigen öffentlichen Funktion verbunden ist, und die deshalb zu besonderer Treue, gewissenhafter Pflichterfüllung und zur vollen uneingeschränkten und einbeeinflussten Leistung verpflichtet sein müssen.
2. Eine dieser Gruppen sind die Lehrer. Wer Lehrer ist, nimmt eine wichtige öffentliche Funktion wahr; denn die Entwicklung der ist eine Angelegenheit des Staates.

3. Der DGB erkennt grundsätzlich die wohlerworbenen Rechte der Beamtenschaft an und bejaht diese. Er steht jedoch auf dem Standpunkt, dass diese Rechte der gegenwärtigen Lage Deutschlands nach dem Zusammenbruch angeglichen werden müssen. Auch andere rechtliche Ansprüche können nicht voll erfüllt werden. Die Beamtenschaft muss hier die Auswirkungen der allgemeinen Not ebenso ertragen, wie es jedem zugemutet werden muss.
4. Für die Beamtenschaft entfällt das Recht des wirtschaftlichen Streiks. Dagegen kann bei Gefährdung des demokratischen Staates die politische Streikpflicht ausgelöst werden."


Diese Erklärung des DGB war Bestandteil der Vereinbarungen, die beim Eintritt des ADLLV (Britische Zone) in den DGB (Britsiche Zone) getroffen wurden.

7. bis 9. Juni 1949

Kongress in Marburg.

Hessen, Nord-Baden und Nord-Württemberg treten der GEW bei.
Die GEW bildet mit dem "Bayrischen Lehrer- und Lehrerinnenverband" (B.L.L.V.) und dem "Berliner Lehrerverband" (B.L.V.) die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände" (AGDL).
Mit dem Eintritt der Länder der französischen Besatzungszone in die 1949 gebildete Bundesrepublik Deutschland schließen sich auch die Lehrerverbände in Süd-Baden, Süd-Württemberg-Hohenzollern, Rheinland-Pfalz und schließlich auch das Saarland der GEW an.

12. bis 14. Oktober 1949 Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes in München.
Für die GEW unterzeichnet Max Traeger - Hamburg - die Gründungsurkunde.

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!